Wenn am Veilchendienstag oder in der Nacht zum Aschermittwoch der „Nubbel“ verbrannt wird, endet die närrische Zeit mit einem ganz besonderen Brauch. Doch was steckt eigentlich dahinter?
Der Nubbel – eine Strohpuppe, die während der Karnevalstage gut sichtbar über Kneipen oder auf öffentlichen Plätzen hängt – symbolisiert all die kleinen und größeren „Sünden“, die man sich während der fünften Jahreszeit erlaubt hat. Ausgelassene Feiern, durchzechte Nächte, vielleicht das ein oder andere übertriebene Versprechen – all das wird dem Nubbel zugeschrieben.
Mit seiner feierlichen Verbrennung werden diese Verfehlungen symbolisch „abgegeben“. Der Nubbel dient gewissermaßen als Sündenbock – und mit seinem Feuer endet der Karneval.
Besonders im Rheinland, etwa in Köln und Düsseldorf, ist dieser Brauch tief verwurzelt und fester Bestandteil des Straßenkarnevals.
Am folgenden Tag beginnt mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit. In der christlichen Tradition markiert er den Beginn der 40-tägigen Vorbereitung auf Ostern. Der Name leitet sich vom Aschekreuz ab, das Gläubigen im Gottesdienst auf die Stirn gezeichnet wird – als Zeichen der Besinnung und des Neuanfangs.
Der Aschermittwoch steht somit für einen bewussten Übergang:
Von der Ausgelassenheit zur Ruhe, vom Feiern zur Reflexion.
Doch eines bleibt gewiss: Nach dem Karneval ist vor dem Karneval.