Bundesweit beteiligen sich am Montag, 22. Juni 2026, Städte, Landkreise und Gemeinden am bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“, um auf die dramatische kommunale Finanzsituation aufmerksam zu machen.
Die drei kommunalen Spitzenverbände – Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund – haben gemeinsam zu diesem Aktionstag aufgerufen und fordern von Bund und Ländern, endlich entschlossen zu handeln und wirksame Maßnahmen gegen die dramatische Finanzsituation in den Kommunen zu ergreifen.
Auch die Stadt Langenfeld schließt sich dieser Forderung an. Denn auch in Langenfeld steigen die Ausgaben durch immer neue Aufgaben, die aus Land und Bund an die Kommunen übertragen werden.
Die Regel „Wer bestellt, bezahlt auch“ muss im Sinne des sogenannten Konnexitätsprinzips auch für Berlin und Düsseldorf gelten, sind sich der Langenfelder Bürgermeister und sein Kämmerer einig.
„Wir setzen weiter alles daran, unsere Handlungsfähigkeit zu erhalten, um nicht in ein Haushaltssicherungskonzept zu gelangen“, erklärt Bürgermeister Gerold Wenzens. Denn ein solches Szenario würde den Gestaltungsspielraum der Stadt durch Auflagen und Bedingungen der Kommunalaufsicht erschweren. Die meisten Kommunen haben diesen traurigen Status bereits längst erreicht. Die Finanzlage der Städte, Landkreise und Gemeinden ist dramatisch: Das kommunale Defizit aller Kommunen lag 2025 bei rund 30 Milliarden Euro – ein historischer Höchststand, Tendenz steigend.
„Auch wir müssen mit unserer eigenen Einnahme- und Ausgabensituation schon kräftig rudern, um unsere Finanzen um die Klippe der drohenden Haushaltssicherung vorbeizusteuern. Umso wichtiger ist es, dass uns Bund und Land nicht noch zusätzliche Belastungen aufbürden. Im Gegenteil, es sind bereits bestehende Lasten durch Bund und Land zu übernehmen oder delegierte Leistungen zurückzunehmen.“ ergänzt Stadtkämmerer Thomas Grieger.
Bürgermeister und Stadtkämmerer sind besorgt, dass die Auswirkungen der finanziellen Schieflage aller Kommunen auch für die Bürgerinnen und Bürger hier vor Ort noch spürbarer werden. Das würde bedeuten, dass Leistungen weiter reduziert oder gar gestrichen werden müssen. Vor Ort kostet dies spürbar Lebensqualität, gefährdet den Zusammenhalt und auch das Vertrauen in unsere Demokratie.
Langenfeld wird weiter eine Balance aus solider Finanzpolitik und attraktiven Standortfaktoren verfolgen, aber diese Aufgabe gestaltet sich von Jahr zu Jahr immer schwieriger.