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Pressemeldung
Mitten im Langenfelder Stadtteil Richrath erhebt sich ein Bauwerk, das nicht nur architektonisch herausragt, sondern auch tief in der Geschichte verwurzelt ist: der Kirchturm der St.-Martinus-Kirche. Als ältestes Gebäude der Stadt ist er weit mehr als nur ein markantes Wahrzeichen – er ist ein stummer Zeitzeuge, der Geschichten aus über 1.200 Jahren in sich trägt.
Die Anfänge reichen weit zurück. Archäologische Ausgrabungen vor Ort haben belegt, dass sich bereits im 8. bis 10. Jahrhundert an dieser Stelle eine Kirche befand. Funde aus Gräbern wurden sogar auf das Jahr 796 datiert, was die lange christliche Tradition in Richrath eindrucksvoll belegt. Der heute noch erhaltene romanische Turm wurde um das Jahr 1150 erbaut und ist damit das letzte sichtbare Zeugnis einer ganzen Reihe von Kirchenbauten, die im Laufe der Jahrhunderte an derselben Stelle standen.
Der Turm selbst beeindruckt durch seine schlichte, aber mächtige romanische Bauweise. Mit einer Grundfläche von knapp neun mal neun Metern, dicken Mauern von bis zu 1,6 Metern und einer Höhe von rund 44 Metern überragt er das umliegende Stadtbild. Seine Rundbogenfriese, Pilaster und Arkaden lassen noch heute den Baustil des 12. Jahrhunderts lebendig werden.
Besonders spannend ist die Baugeschichte rund um den Turm. Während die dazugehörigen Kirchenschiffe mehrfach neu errichtet und wieder abgerissen wurden – zuletzt im Jahr 1968 –, blieb der Turm stets bestehen. Er wurde in die jeweiligen Neubauten integriert und überstand selbst radikale architektonische Veränderungen. Wer heute vor dem modernen Kirchenbau steht, erkennt durch Pflasterlinien im Boden die Umrisse der früheren Kirchen – ein bewusstes Zeichen der Erinnerung an das, was einmal war.
Ein besonderer Blickfang auf dem Kirchturm ist der goldene Wetterhahn, der weithin sichtbar auf der Spitze thront. Dieser Hahn hat nicht nur symbolischen Charakter als Zeichen der Wachsamkeit und des Glaubens, sondern auch eine ganz besondere Geschichte: Er wurde am 3. Juni 1999 von der französischen Partnerstadt Senlis gestiftet. Als Zeichen der Verbundenheit zwischen Richrath und der nordfranzösischen Stadt Senlis symbolisiert der Hahn die lebendige Städtepartnerschaft und die deutsch-französische Freundschaft. Der ursprüngliche Turmhahn wurde daraufhin ins Innere der Kirche gebracht und ist dort gemeinsam mit dem alten Kreuz der ehemaligen St.-Pius-Kirche ausgestellt
Der Kirchturm von St. Martinus war schon im Mittelalter ein bedeutender Orientierungspunkt. Er liegt unweit des historischen Mauspfads, einer alten Handelsstraße, die durch das Rheinland führte. Damals wie heute bildet er das Herz des Ortes – spirituell, geschichtlich und architektonisch.
Wer heute unter dem steinernen Riesen steht, spürt unweigerlich die besondere Atmosphäre dieses Ortes. Der Turm ist nicht nur das älteste Gebäude Langenfelds, sondern auch ein Stück europäischer Geschichte – fest verankert im Glauben, in der Kultur und im Miteinander über Ländergrenzen hinweg