Was für ein Sommerabend! Am Freitag, den 4. Juli, verwandelte sich die Wasserskianlage in Langenfeld in eine ganz besondere Theaterbühne – genauer gesagt: in ein schwimmendes Abenteuerland. Im Rahmen der neanderland BIENNALE und unter dem neuen Motto SommerTheaterTage lud das freie ensemble p+s zur außergewöhnlichen Inszenierung von Don Quijote ein – und bot dem Publikum ein ebenso poetisches wie herrlich schräges Erlebnis auf dem Wasser.
Bereits vor Beginn der Vorstellung füllte sich die Liegewiese rund um die idyllische Badebucht mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern. Viele waren mit Picknickdecken und Klappstühlen angereist, andere nutzten die aufgestellten Bierbänke – wer clever war, hatte auch kühle Getränke und kleine Snacks im Gepäck. Die Stimmung: entspannt, erwartungsvoll, fröhlich. Und nicht nur menschliche Zuschauer fanden Gefallen am bunten Treiben – auch ein paar neugierige Enten und Gänse ließen sich am Ufer nieder und schauten scheinbar interessiert zu. Ein Open-Air-Erlebnis mit tierischer Begleitung – das hat was!
Das Ensemble – bestehend aus Nicole Tröger und Benjamin Müller – inszenierte den Klassiker nach Miguel de Cervantes auf einem Ruderboot mitten auf dem Wasser. Mit Humor, Fantasie und einer Prise Selbstironie machten sie sich auf die Spuren des berühmten Ritters von der traurigen Gestalt. Die Bühne schwankte, das Wasser glitzerte, und die Geschichten von Don Quijote und seinem treuen Begleiter Sancho Panza nahmen ebenso komische wie tiefgründige Formen an.
„Wie schön eitel ist alles – oder: Alles kommt ans Licht“, so der Untertitel des Abends. Und tatsächlich: Zwischen skurrilen Dialogen, kleinen Pannen und großen Fragen nach Bedeutung, Mut und Abenteuerlust zeigte die Inszenierung, wie leichtfüßig Theater auch mit tiefen Themen umgehen kann. Das Publikum lachte, staunte – und staunte weiter, als sich die untergehende Sonne langsam über der Wasserskianlage verabschiedete.
Ein rundum gelungener Auftakt der SommerTheaterTage im neanderland – ungewöhnlich, überraschend, nah dran am Wasser und am Leben. Und wer gestern dabei war, weiß: Don Quijote ist vielleicht verrückt. Aber so herrlich verrückt wie ein Theaterabend, bei dem sogar die Gänse applaudieren – oder zumindest interessiert schnattern.